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BritCuisine – Die neue britische Küche (Kochbuchvorstellung)

BritCuisine: Die neue britische Küche

Im Allgemeinen genießt die britische Küche nicht gerade den besten Ruf. Erst dank einigen engagierten Köchen wandelt sich das Bild allmählich. Zu ihnen gehört auch Ed Baines, der in Großbritannien unter anderem Juror der Kochshow „Britain’s Best Dish“ ist. Inspiriert durch diese Sendung und auf der Basis eine Rezeptsammlung seiner Mutter ist BritCuisine: Die neue britische Küche entstanden.

Wie der Titel bereits verrät, handelt es sich nicht nur um klassische britische Rezepte. Viel mehr sind diese verfeinert mit den internationalen Einflüssen aus dem kulinarischen Schmelztiegels Großbritanniens. Dennoch merkt man den Rezepten ihre Heimat an. Und Klassiker wie die englische Minzsauce finden sich ebenso im Kochbuch wie der Applie Pie.

Sehr gelungen finde ich die Zusammenstellung der Rezepte in BritCuisine. Neben klassischen Bereichen wie warmen und kalten Vorspeisen, Hauptgerichten (Fleisch/Geflügel, Wild, Pasteten, Currys) und dem Dessert finden sich hier auch Rubriken für das Frühstück, Teatime, Brot/Gebäck und Selbstgemachtes (Brühen, Saucen, Marmelade). So deckt das Buch, das sich gerade mit einfachen Rezepten auch an Einsteiger wendet, die komplette Bandbreite an alltäglichen Rezepten ab. Den warum sollte, wer gerne mal etwas kocht sich nicht auch mal am eigenen Brot versuchen wollen.

Auch wenn die Rezepte recht einfach gehalten sind, so kann ihre Zubereitung dennoch zeitaufwendig und anspruchsvoll sein. Vor allem setzen sie aber auf das harmonische Zusammenspiel guter Zutaten. Deren Beschaffung sollte dabei in den meisten Fällen kein Problem darstellen. Was es in England zu kaufen gibt, findet man bei uns auch.

Für eine bessere Nachvollziehbarkeit hätte den Rezepten etwas mehr Struktur und Übersichtlichkeit nicht geschadet. Gerade eine halbe Seite Zubereitungshinweise, die in drei oder vier Abschnitte geteilt sind, sind in der Hitze des Gefechts nicht unbedingt schnell zu erfassen. Ein weitaus größeres Problem beim Nachkochen haben mir jedoch bei einigen Rezepten die Mengenangaben bereitet: So etwa die mit mehr als 2 kg viel zu große Käsemasse für acht Käsetoasts. (Das habe ich auch erst nach dem Einkauf bemerkt und dann drei Tage lang walisischen Käsetoast gegessen…) Oder auch der Apple-Pie-Teig, der etwas die Konsistenz von Pfannkuchenteig hat. An Ausrollen ist da nicht ansatzweise zu denken. Leider blieb meine Anfrage an den Verlag, ob es eine Errata gebe und man sich die Fehler erklären könne, unbeantwortet.

Um den inhaltlichen Teil von BritCuisine abzuschließen: Zu etlichen Rezepten gibt es ergänzende Bemerkungen. Im Fall des Sauerteigbrots wird sogar eine ganze Seite über Sauerteig allgemein geschrieben.
Hiervon hätte ich mir mehr gewünscht. Doch zusammen mit der persönlich gehaltenen Einleitung und den kurzen Hinweisen bei den Rezepten selbst ist das alles an Theorie.

Optisch gibt es an dem britischen Kochbuch nicht viel auszusetzen. Das Layout ist ansprechend und bietet eine gute Lesbarkeit. Lediglich wenn zwei Rezepte auf eine Seite kommen, steht der Text deutlich zu gedrängt. Zahlreiche Bilder lockern auf und geben bei etwa einem Viertel der Rezepte auch gleich eine visuelle Vorstellung, wie das Gericht später auf dem Teller aussieht. Dazu kommen etliche Bilder beim Kochen, die der Auflockerung dienen. Eingefasst ist alles in ein stabiles Cover, dass auch den Küchenalltag gut überleben sollte.

Aus BritCuisine getestet:

Fazit:

BritCuisine bietet eine schöne und breit gefächerte Aufstellung britischer Küche mit modernen Akzenten. Einige Fehler in den Rezepten und die schlechte Übersichtlichkeit trüben den sonst sehr guten Eindruck leider.

Übersicht:

Titel: BritCuisine: Die neue britische Küche
Autor(en): Ed Baines
Verlag: vgs
ISBN: 978-3-8025-3684-7
Bezugsquelle: Amazon*

Hinweis: Diese Rezension entstand dank eines Rezensionsexemplares, welches mir der Verlag überlassen hat.

BritCuisine: Die neue britische Küche*
  • Ed Baines
  • Herausgeber: Egmont VGS
  • Auflage Nr. 1 (05.10.2009)
  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten

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