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Kochbuchvorstellung: Natürlich hausgemacht!

Natürlich hausgemacht!: Traditionelle Techniken des Konservierens neu entdeckt

Wann hast du das letzte Mal etwas haltbar gemacht? Während viele von uns gerne selbst Marmelade einkochen (meine Marmeladenrezepte) oder ab und zu etwas einfrieren, sind andere Techniken des Konservierens leider stark in Vergessenheit geraten. Eingelegtes Gemüse, geräucherten Fisch – all das kennen wir meistens nur noch aus dem Laden. Statt dessen können wir diese Methoden aber auch selbst anwenden und so unsere eigenen Konserven anlegen. Ohne unerwünschte Zusatzstoffe, ohne Geschmacksverstärker und so wie wir es mögen. Das Buch Natürlich hausgemacht erklärt wie es geht.

Dabei geht das Kochbuch weit über das reine Bereitstellen von Rezepten hinaus. Viel mehr ist der Anspruch „traditionelle Techniken des Konservierens neu entdeckt“ – so der Untertitel. Es geht also darum nicht nur punktuell Rezepte zu vermitteln sondern ein Grundlagenwissen zu liefern. Auf dieser Grundlage wird der Leser in die Lage versetzt, die Methoden auf verschiedenste Zutaten anzuwenden.

In der Einleitung wird ein kurzer Überblick über die verschiedenen Konservierungsmethoden gegeben, die im Buch vorgestellt werden. Dazu werden wesentliche Hilfsmittel, Küchenutensilien, Aufbewahrungsgefäße und Aromaten vorgestellt. Abgerundet wird die Einleitung mit Tipps zur Hygiene damit die eingemachten Produkte nicht verderben und eine Übersicht, welche Lebensmittel für welche Konservierungsmethoden geeignet sind.

Als erste Methode wird das Trocknen vorgestellt. Neben den allgemeinen Tipps gibt es konkrete Rezepte unter anderem für Pilze, Äpfel und Tomaten. Es folgt ein Kapitel über Einfrieren. Hier ist neben der Methode vor allem hilfreich, dass die Lagerzeiten für verschiedene Obst- und Gemüsesorten angegeben werden. Auch das Einfrieren von fertigen Gerichten, Tiefkühlmarmelade und frischen Kräutern wird hier behandelt.

Es folgen die Kapitel zu Marmelade und Konfitüren. Hier werden diese so unterschieden, dass bei Konfitüren noch ganze Fruchtstücke oder ganze Früchte enthalten sind. Zu den verschiedenen Rezepten gibt es eine Anleitung, wie man Pektion selbst aus Äpfeln gewinnt um so nicht mehr auf fertigen Gelierzucker angewiesen zu sein. In diesem Kapitel gibt es ebenfalls Rezepte für Fruchtpasten und selbstkandierte Früchte.

Für uns häufig indisch anmutende sind die Chutneys und Pickles aus dem folgenden Kapitel. Was hier genau der Unterschied ist, ist mir auch nach dem Durchlesen noch nicht klar geworden. Gefühlsmäßig würde ich sagen, beide sind süß-sauer eingelegt aber Chutneys sind eher süß, Pickles eher sauer.

Es folgen „eingemachte Gaumenfreuden“ was im Buch für Früchte steht, die entweder in Sirup oder Alkohol eingelegt bzw. als Saft konserviert werden. Die herzhafte Ergänzung dazu folgt in Form von Saucen und Ketchup mit verschieden Rezepten beispielsweise für eine scharfe Chilisauce (Grüße an Hubert), andere Saucen und verschiedene Pestos. Abschließend wird das Konservieren in Öl behandelt, das mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Den Abschluss des Buchs bildet das Kapitel zum Einsalzen, Pökeln und Räuchern. Hier finden sich die aus meiner Sicht anspruchvollsten Rezepte. Und die Rezepte hier haben meinen Wunsch bestärkt, mir mal noch einen Räucherofen zuzulegen. 😉

Insgesamt deckt das Buch auf etwas 250 Seiten damit das komplette Spektrum des Konservierens ab. Einige Bereiche werden sehr ausführlich behandelt, andere eher kürzer. In allen Bereichen werden viele Grundlagen geliefert – wobei ich mir an einigen Stellen mehr Details gewünscht hätte. Das aber diese Tiefe bei dieser Breite nicht überall beschrieben werden kann ist auch gut nachvollziehbar.

Etwas schade finde ich die Aufmachung. So gehen aus meiner Sicht viele Tipps unter weil sie ungeschickt platziert sind und oft viele Informationen auf wenig Raum untergebracht sind. Das betrifft aber nur die Informationsseiten. Bei den Rezepten ist ein einheitliches und lockeres Layout sehr angenehm umgesetzt. Dazu kommt eine ansprechende und von der Menge her gut abgestimmte Bebilderung der Informationen und Rezepte.

Fazit:

Trotz kleiner Schwächen ist „Natürlich hausgemacht!“ ein wunderbares Kochbuch, dass eine perfekte Grundlage zur eigenen Entdeckung der Welt des Konservierens bietet.

Übersicht:

Titel: Natürlich hausgemacht!
Autor(en): Lynda Brown
Verlag: DK
ISBN: 978-3-8310-1819-2
Bezugsquelle: Amazon*

Hinweis: Diese Rezension entstand dank eines Rezensionsexemplares, welches mir der Verlag überlassen hat.

2 Kommentare

  1. Jaja, der Hubert, der auch keine Chilisosse bekommt heute…

    Da fällt mir ein – wolltest nicht die Kommentarfunktion reparieren? 😉 So von wegen merken?

  2. Wobei die, die hier für dich steht, ja der krasse Gegensatz zu einer feinen selbstgemachten Chilisauce ist…

    Kommentarfunktion richten: Ja mit einem Update von MT mal nach dem Barcamp irgendwann. Danke für die Erinnerung.

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