Bevor ich euch die einzelnen Rezepte zur Hochzeitstorte vorstelle, will ich kurz ein paar Gedanken zum Konzept loswerden. Warum hast die Torte das Aussehen eines Bergs? Welche Füllungen habe ich verwendet? Und warum? etc.

Warum man eine Hochzeitstorte backt

Als ich dem Brautpaar versprochen habe, ihnen eine Hochzeitstorte zu backen war das eine ziemlich spontane Idee. Da habe ich erst mal gar nicht viel drüber nachgedacht. Und das ist auch ganz gut so. Denn hätte ich das getan hätte ich wohl nur einen Berg Arbeit gesehen und nicht an all die Freude und den Spaß bedachte, den die Arbeit gemacht hat.

Wenn ihr auch mal selbst eine Hochzeitstorte backen wollt: Seit euch darüber im Klaren, dass es eine Menge Arbeit ist. Aber in meinen Augen ist es eine Arbeit, die man sehr gerne macht. Und ich werde es wieder tun (müssen)…

Das Thema der Hochzeitstorte: Der Berg

Wenn ich schon selbst kreativ werde (oft arbeite ich ja nach Rezept), dann will ich das auch richtig tun. Nur die x-te Variante der Verzierung der selben Torte ist doch langweilig. Also wollte ich etwas persönliches, auf das Brautpaar zugeschnittenes machen. Und was gäbe es da besseres als einen Berg wenn sich das Brautpaar über den Deutschen Alpenverein kennengelernt hat? Und spätestens als ich vorab die Tischdeko mit kleinen Kletterschuhen und Steinen gesehen habe, war die Sache klar.

Um den Berg darzustellen habe ich diesen einfach in fünf Stufen eingeteilt, die ich an einem Berg unterscheiden würde (von unten nach oben, logisch):

  1. Unterhalb der Baumgrenze
  2. Oberhalb der Baumgrenze mit Vegetation
  3. Oberhalb der Baumgrenze ohne Vegetation (Schlamm, Geröll)
  4. Felsen
  5. Schneebedeckter Gipfel

Welche Torten bilden die Hochzeitstorte?

Mir war es beim Konzept her neben dem Thema ebenso wichtig, dass für jeden geschmacklich etwas dabei ist. Das hat den Nachteil, dass bei den kleineren Etagen nicht jeder etwas abbekommt. Das nehme ich aber lieber in Kauf, wie dass ein großer Teil der Leute etwas bekommt, was er nicht mag.

Die Umsetzung der Ebenen habe ich dabei wie folgt geplant und umgesetzt (wieder von unten nach oben). Alle Ebenen wurden zusätzlich mit (essbaren) Neckarkieseln besetzt.

  1. Dunkler und heller Biskuit, Erdbeerfüllung, mit Sahne überzogen, Dekoriert mit Minzzucker (oben) und Tannen (seitlich) aus gefärbtem Marzipan (43cm)
  2. Dunkler und heller Biskuit, Ananasfüllung, mit Sahne überzogen, Dekoriert mit Minzzucker (43cm)
  3. Schokoladenkuchen mit Überzug aus dunkler Schokolade (28 cm)
  4. Kokoskuchen mit grau gefärbter Fondantmasse überzogen (24 cm)
  5. Kokoskuchen mit weißer Fondantmasse überzogen und Brautpaar aus Resine (18 cm)

Die beiden oberen Böden sind mit Abstand am kleinsten, so dass ich hier bewusst den selben Boden gewählt habe um diesen für mehr Leute verfügbar zu machen. Die unterste Ebene sehr eng an meinen Fußballkuchen angelehnt.

So ein Berg hat auch den unschätzbaren Vorteil, dass man sich nicht zu sehr in Kleinigkeiten verliert. Schon die Dekoration und Überzüge in diese Form haben zu zweit einen ganzen Tag gedauert…

Lebensmittelfarben und Zusätze

Mein ursprüngliches Ziel war es vollständig auf Zusatzstoffe und Lebensmittelfarben in der Hochzeitstorte zu verzichten. Das hat leider nicht ganz geklappt, aber ich habe es geschafft deren Menge möglichst gering zu halten: Nur die graue Fondantmasse und die grünen Tannen wurden mit Farbe in Pulverform gefärbt. Hier habe ich leider keine anderen praktikablen Lösungen gefunden. Über Fondantmasse und Kuvertüre kamen auch wenig Zusatzstoffe zum Einsatz.

Anzahl der Stockwerke

Die Anzahl der Stockwerke habe ich ganz einfach bestimmt: Ich habe einfach einen Katalog genommen und den Hochzeitstrotenständer bestellt, der die meisten Stockwerke hatte. Und das waren fünf. Inzwischen habe ich aber auch einen Anbieter entdeckt, der ein Modell mit sieben Stockwerken anbietet… Die kommen auch noch dran, schließlich liebe ich solche Herausforderungen. Die nächste im kommenden Mai geht aber erst mal in eine andere Richtung.

Unabhängig davon soll die Hochzeitstorte ja für alle Gäste reichen. Wir waren etwas 60 Leute und es gab noch zwei Torten (Frappé-Torte und Alices Schokoladentorte) dazu. So waren wir von der gesamten Menge her recht gut dabei und es ist nicht zu viel übrig geblieben.

Transport und Zusammenbau

Wenn man wie ich keine Experte ist, sollte man es in meinen Augen vermeiden die fertige Torte zu transportieren. Zusammengebaut geht das ohnehin nicht, und auch bei einzelnen Böden würde man sich schwer tun, diese nicht unterwegs zu beschädigen.

Statt dessen hatten wir vorab mit den Betreibern des Hotels Sonnenklause abgeklärt, dass wir dort die Torte vor Ort fertigstellen können. Ideal war dabei ein extra Patesserieraum, den wir ganz für uns hatten. So haben wir den Küchenablauf nicht gestört und waren umgekehrt nicht abgelenkt. Außerdem ist es in so einer Hotelküche doch recht warm, was für die Hochzeitstorte auch nicht gut wäre. Wichtig ist auch, dass wir die Kühlung mit nutzen konnten.

Zeitplan

Der (erstaunlicherweise perfekt eingehaltene) Zeitplan sah das Einkaufen aller Zutaten, das Backen der Böden und das Füllen der unteren beiden Böden am Donnerstag vor. Am Freitag war der Transport zum Hotel und die Fertigstellung aller Böden außer der Befestigung der Tannen und der Neckarkiesel. Am Samstag haben wir schließlich nach der Kirche den Kuchen zusammengesetzt, letzte Hand an die Deko angelegt und einige kleine Schäden behoben.

Veröffentlicht am Juni 17, 2007 in der Kategorie Hochzeitstorte von Jan

Schagworte zu diesem Rezept:

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Jan


Ich koche und backe leidenschaftlich gerne. In den letzten Jahren habe ich über 700 Kochbücher gelesen und Rezepte daraus gestetet. In diesem Blog findest du meine liebsten Rezepte, Kochbuchrezensionen und andere nützliche Hinweise für dein Küchenleben.

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  • Alle Achtung, Jan. Ich bin gerade dabei, eine dreistöckige Torte auszuprobieren – Deine hat ja noch eine andere Dimension. Respekt, dass das so toll geklappt hat.

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